Schneerosen & Shakespeare

Hast du gewusst, dass Romeo und Julia durch das Gift der Hellebore gestorben sind?


Der Schnee schmilzt und der Winter weicht dem Frühling, da wird es Zeit für die Pionierarbeit der Frühlingsblüher. Ganz angetan war ich am Wochenende von diesem wundervollen Wesen der Schneerose. Man kann den neckischen Pflanzengeist, der dem Mond und Saturn zugewandten Pflanze, definitiv erkennen.

Paracelsus zählte die Schwarze Nieswurz zu den 'Arkana'. Das sind psychoaktive 'den Geist bewegende' Geheimmittel. In der Zeit der Antike wurden die Wurzeln oder das Kraut dafür zu Pulver gemahlen um es zu schnupfen. Und der Niesreiz sollte somit die Krankheitsdämonen aus dem Körper treiben. Ja, und auch der Wahnsinn wurde mit Nieswurz behandelt, genauer gesagt: Gemütsleiden, Psychosen, Geistesverwirrung, Gehirntrauma oder auch Folgen von unglücklicher Liebe und unterdrückter Menstruation. Tatsächlich wurde sie bis ins 18. Jhdt. als ein wichtiges psychiatrisches Heilmittel verwendet, heutzutage gibt es homöopathische Mittelchen.

Der botanische Name stammt vermutlich aus dem Griechischen: hellein = töten oder ellós = Hirschkalb und bora = Speise. Und der Begriff elleborosus = verrückt deutet auf die geistige Verwendung hin.

An der Namensbedeutung lässt sich gut ablesen, dass diese Pflanze stark giftig ist. Also bitte Finger weg und nur am Anblick erfreuen. Sie steht noch dazu unter Naturschutz.


Auch in der Mythologie und Literatur lässt sich so einiges über diese giftige Schönheit herauslesen:

So beschrieb Shakespeare in "Romeo und Julia" das Helleborusgift folgendermaßen:

"Romeo hatte von dem Apotheker ein Gift verlangt, welches "...von so schneller Wirkung, dass es sich in einem Augenblick durch alle Adern verbreite, und der Lebensüberdrüssige, der es einnimmt, so plötzlich und mit solcher Gewalt des Atemholens entladen werde, als das unaufhaltsame Pulver, sobald es sich entzündet, aus dem fatalen Bauch einer Kanone losbricht."
Und auch Tantalos erhoffte sich durch das Gift der Helleborus eine Heilung seiner quälenden Begierden. Im Totengespräch mit Menippos spricht er:
„Hätte ich nur gleich einen tüchtigen Schluck Helleborus, ich wollte ihn gewiß nicht verschmähen!“

Quellen: gesammeltes Wissen aus "Paracelsusmedizin" von Christian Rätsch; Literatur und Mythologie von frost-burgwedel.de

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